TV-TIPP : arte.tv – Rave the Planet

Rave The Planet

Techno-Parade mit Dr. Motte, Westbam u.v.m.

Nach 16 Jahren Pause kehrt die Loveparade in ihre Heimat Berlin zu ihren Wurzeln zurück: Traditionell am 2. Julisamstag findet sie unter dem Namen „Rave The Planet“ als Demonstration für Liebe und Frieden statt. 18 Floats (Musiktrucks) repräsentieren die Vielfalt der internationalen elektronischen Musikszene und durchqueren mit lauten Bässen Berlins Innenstadt vom Ku’Damm bis zur Siegessäule.

Am 1. Juli 1989 versammeln sich rund 150 Menschen am Wittenbergplatz und ziehen ausgestattet mit einem Soundsystem über den Kurfürstendamm. Sie wollen tanzen, sie wollen „raven“ – und zwar zu Acid House, dem heißen Scheiß aus Großbritannien.

All das hatten sich Dr. Motte, Berliner DJ und glühender Acid House Pionier in Deutschland, und Danielle de Picciotto ausgedacht und kurzfristig eine Demonstration angemeldet, damit die Versammlung auf West-Berlins beliebtester Shopping-Meile stattfinden kann. Seine politische Forderung der „Loveparade“: Friede, Freude, Eierkuchen.

Zehn Jahre später: Auf der Straße des 17. Juni in Berlin-Mitte raven 1,5 Million Menschen – die Loveparade ist die „biggest party ever“. Bis zum Ende der 90er Jahre wird das wiedervereinigte Berlin so zum internationalen Sinnbild für Frieden – aber auch für Spaß, Lebensfreude und Ekstase. Der Soundtrack: Techno.

Seit 1989 war die Veranstaltung unter Regie ihres Ideengebers Dr. Motte stetig gewachsen: In den ersten vier Jahren verdoppeln sich die Teilnehmerzahlen jährlich, bis 1994 mit 110.000 erstmals die Hunderttausendermarke geknackt ist und bereits im Folgejahr eine halbe Million Menschen aus Deutschland und dem Ausland zum Raven zusammenkommen. 1997 sind es eine Million – und das Jahr 1999 markiert den Höhepunkt der Loveparade. Die mit Soundsystem, DJs und Tänzer*innen bestückten Trucks gehören seit den frühen 90er Jahren zum festen Inventar der Loveparade und heißen „Floats“.

Die Aberkennung des Demonstrationsstatus durch ein Eilverfahren bis zum Bundesverfassungsgericht 2001, sinkende Teilnehmerzahlen in den Nullerjahren und drohende Insolvenz der Veranstalter führen das Ende der Berliner Loveparade herbei. 2006 findet die letzte Loveparade in Berlin statt – allerdings ohne ihren „Vater“ Dr. Motte, der mit der Umsetzung der Parade unter Leitung des neuen Eigentümers McFit nicht einverstanden ist. Der Ursprungsgeist war verloren gegangen.

In den Folgejahren 2007-2010 findet die Loveparade mit neuem Betreiber und Geschäftsführer ohne Mitwirken von Dr. Motte im Ruhrgebiet statt. 2010 kommt es im Rahmen der Duisburger Loveparade zu einer Massenpanik. 21 Menschen sterben, 652 werden verletzt.

2022: 16 Jahre nach der letzten Berliner Loveparade wollen Dr. Motte und sein kleines Team der gemeinnützigen Organisation Rave The Planet, den Ursprungsgeist der Parade wieder heraufbeschwören. Sie wollen neu anfangen, aber an alte Werte anknüpfen.

Nach zwei Jahren Pandemie hat die Club- und Kulturszene in Deutschland erheblich gelitten. Berlin hat an seiner Strahlkraft als „Techno-Metropole“ eingebüßt, Clubs mussten schließen, DJs haben vom Studio aus ihre Sets in die Wohnzimmer der Republik gestreamt. Das gemeinsame Feiern, das, wofür die Loveparade seit Anbeginn steht, wurde schmerzlich vermisst.

Nun ist es also Zeit „Together Again“ zu feiern!

Die Parade, die als „Rave The Planet Parade“ in diesem Jahr einen Neuanfang startet, wird wie in ihren frühen Tagen als Demonstration stattfinden, wo sie neben ihren Grundwerten Liebe, Frieden, Freundschaft, Solidarität, Diversität, Respekt und Musik auch konkrete politische Forderungen vertritt, bspw. die Anerkennung der elektronischen Musikkultur als immaterielles Kulturerbe durch die UNESCO und den Schutz von Kulturstätten und Clubs.

Der Zug wird traditionell begleitet von 18 Floats, auf denen 150 DJs die nationale und internationale elektronischen Musikszene entlang des Ku’damm über den Nollendorfplatz, den Potsdamer Platz, vorbei am Brandenburger Tor bis zur Siegessäule repräsentieren.

Quelle: https://www.arte.tv/de/videos/110101-001-A/rave-the-planet/

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